Bereits seit Jahren stößt die Unterkunft in der Gildestraße an ihre Grenzen. Drei Fahrzeuge müssen dauerhaft im Freien stehen, die Umkleiden sind zu klein und besonders die weiblichen Einsatzkräfte sowie die Jugendgruppe leiden unter beengten Verhältnissen. „Unsere Ehrenamtlichen leisten Unglaubliches. Umso wichtiger ist es, dass sie endlich eine Unterkunft bekommen, die ihrer Arbeit gerecht wird“, betonte Manuel Almanzor, der stellvertretend für die THW-Leitung aus Bonn zum Festakt gekommen war.
Auf einem 6.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen nun zwölf moderne Hallenstellplätze sowie eine 900 Quadratmeter große Unterkunft. Geplant sind großzügige Ausbildungsräume, ausreichend Platz für Geräte und Material sowie ein eigener Jugendraum. Das Gebäude wird barrierefrei, energieeffizient und weitgehend energieautark errichtet.
„Mit dieser neuen Liegenschaft schaffen wir die Infrastruktur, die unsere kompetenten, motivierten und zuverlässigen Ehrenamtlichen verdienen. Neue Bedrohungslagen erfordern einen resilienten Stützpunkt, der einen belastbaren Zivil- und Katastrophenschutz ermöglicht“, so Almanzor.
Zahlreiche Gäste aus Politik und Hilfsorganisationen waren beim Spatenstich dabei – darunter die Bundestagsabgeordneten Ralph Edelhäußer und Sascha Müller, Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), des Staatlichen Bauamts, der ausführenden Baufirma Goldbeck sowie Landrat Ben Schwarz und Bürgermeister aus der Region.
Der Landesbeauftragte des THW in Bayern, Dr. Fritz-Helge Voß, hob die sich wandelnden Herausforderungen hervor: „Neben Naturkatastrophen rücken auch Cyberangriffe und Sabotageaktionen stärker in den Fokus. Gleichzeitig gewinnt der klassische Zivilschutz wieder an Bedeutung.“
Auch Roths Bürgermeister Andreas Buckreus machte deutlich, wie wichtig der Ortsverband für die Region ist: „Das THW ist ein zentraler Baustein in der Gefahrenabwehr für unsere Stadt und den gesamten Landkreis.“ Kreisbrandrat Christian Mederer ergänzte: „Die Zusammenarbeit mit den Kameradinnen und Kameraden des THW Roth ist hervorragend – die neue Unterkunft stärkt uns alle.“
Mit dem Neubau reiht sich der Ortsverband Roth in das bundesweite THW-Bauprogramm 2030 ein. Neben Obernburg ist er der zweite Standort in Bayern, der im Rahmen des Programms komplett neu errichtet wird.
Bis zur Fertigstellung in gut einem Jahr bleibt noch einiges zu tun. Doch schon jetzt ist die Vorfreude bei den Ehrenamtlichen groß. Wenn der Umzug aus der seit 1990 genutzten Unterkunft in das neue Domizil in der Drahtzieherstraße ansteht, beginnt ein neues Kapitel in der fast 75 jährigen Geschichte des Ortsverbandes.